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Spatz in der Hand

Roman

Auch erhältlich als:
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783492305044
Sprache: Deutsch
Umfang: 256 S.
Format (T/L/B): 2.1 x 19 x 12 cm
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Eine heiße Sommernacht in einem Hotel: Hierher hat sich Sabine, eine attraktive Mittdreißigerin, nach einem Streit mit ihrem Mann zurückgezogen. Da fällt ihr Blick in ein anderes Hotelzimmer, wo sie einen Fremden entdeckt. Aus einer Laune heraus nimmt sie telefonisch zu ihm Kontakt auf, und er lässt sich auf das Geplänkel ein. Schon bald wird mehr daraus, aber noch ahnt er nicht, dass am nächsten Morgen ein überraschendes Treffen auf ihn wartet .

Autorenportrait

Thommie Bayer, 1953 in Esslingen geboren, studierte Malerei und war Liedermacher, bevor er 1984 begann, Stories, Gedichte und Romane zu schreiben. Neben anderen erschienen von ihm »Die gefährliche Frau«, »Singvogel«, der für den Deutschen Buchpreis nominierte Roman »Eine kurze Geschichte vom Glück« und zuletzt »Seltene Affären«.

Leseprobe

1. Kapitel Sabine trug eine Brille. Und bei ihr waren Herz und Verstand nicht nur eng miteinander befreundet, sondern steckten andauernd zusammen, um sich kichernd und flüsternd Streiche auszudenken. Und Sabine wohnte in München, wo das Leben schöner ist als anderswo, zumindest für die, die ihr Konto überziehen dürfen. Erst recht natürlich für die, die das nicht müssen, weil ohnehin mehr Geld hereinkommt als sie ausgeben können. Für solche ist das Leben auch insofern hier viel schöner, als man im allgemeinen dem hormonellen Autopiloten in München öfter als anderswo Vertrauen schenkt und im besonderen gern den Ruf eines Vielfliegers pflegt, den die Riege der weniger begünstigten Neider mit ihren vorwurfsvollen Augen zu noch gewagteren Kunststücken verleitet, in der dünnen Luft, die des Siegers tägliches Manna ist. Sabine saß in einem Hotelzimmer und wußte nicht, wohin mit sich. Sie war wütend. So wütend, daß auch ihr sonst recht verläßlicher Humor dagegen nicht mehr ankam. Sie kochte sozusagen. Vor weniger als einer Stunde hatte sie ihrem zukünftigen Ex-Mann Ralf ein Ultimatum gestellt, das von jenem mit ungläubig hochgezogenen Augenbrauen quittiert worden war. Und die Brauen waren noch nicht wieder auf ihren angestammten Platz zurückgesunken, als Sabine schon die Haustür hinter sich zuschlug. Vielleicht waren sie dann sogar gleich wieder hochgeschnellt, weil Ralf nicht wie erwartet das nervöse Startgeräusch von Sabines Fiat Panda, sondern das sonore seines Zwölfzylinder BMW vernahm. 'Du bist bis morgen mittag ausgezogen', hatte das Ultimatum gelautet, 'oder ich bis morgen abend.' Sie trat aufs Gas, daß die Kieselsteine spritzten, und erst jenseits der Kreuzung, die sie bei Gelb überfuhr - das auf 'sportlich' gestellte Automatikgetriebe war längst in der vierten Stufe angelangt - drosselte sie ihr Tempo und dachte, hoffentlich hab ich keiner Katze weh getan. Sie meinte mit den Kieselsteinen. Sie raste über den mittleren Ring und dann in Richtung Hilton, das ihr einfiel, weil sie erst heute nachmittag dort für jemanden ein Zimmer gebucht hatte. Vornehm geht die Welt zugrunde, dachte sie, wieso nicht auch meine Ehe? Aber an der Rezeption spürte sie nichts von Vornehmheit, das hier war amerikanischer Touristenstandard, hier ging es um Komfort, nicht um Stil. Um diesen, für sie nicht sehr gravierenden Mangel trotzdem zu kompensieren, bestellte sie sich Champagner und einen Blumenstrauß aufs Zimmer, und erst als beides gebracht wurde, fiel ihr wieder ein, daß sie Champagner noch nie gemocht hatte. Unschlüssig, was sie als nächstes tun sollte und nicht sicher, ob überhaupt irgend etwas getan werden mußte, setzte sie sich aufs Bett und blätterte ein Heftchen durch, in dem das Hotel seine Dienste anpries, bis ihr Blick auf Seite drei das Wort Swimming-Pool erfaßte und sie kurz entschlossen die Nummer der Rezeption wählte. Null-neun. Ja, man könne ihr einen Badeanzug ausleihen, das sei kein Problem, welche Größe sie denn habe. 'Vierzig', sagte sie, und die Stimme der Rezeption versprach, ihr den Anzug aufs Zimmer bringen zu lassen. Als der Boy an die Tür klopfte, war Sabine schon ausgezogen und warf sich schnell den Hotelbademantel über, um zu öffnen. Der Badeanzug paßte, und wenn sie auch seinetwegen nicht wie angenagelt in ein Schaufenster gestarrt hätte, so war er doch schwarz und einteilig und verhunzte ihre Figur nicht über die Maßen, und sie drehte sich zufrieden vor dem Spiegel, bevor sie das Handtuch vom Tisch nahm und den Bademantel wieder überzog. Das Schwimmbad war leer. Sie sprang hinein und tauchte am Boden des Beckens entlang bis fast zum anderen Ende. Als sie wieder auftauchte, stand da ein Mann am Rand, der vorsichtig und noch nicht zum endgültigen Kontakt mit der Nässe entschlossen, dem Wasserspiegel einen Fuß entgegenstreckte. Er starrte sie an wie ein Gespenst. 'Ich bin ungefährlich', rief Sabine und streckte die Hände hoch, so daß sie gleich darauf versank. Sie tauchte wieder auf, und er sah zweifelnd zu ih

Schlagzeile

Eine hinreißende Verwechslungskomödie voller Esprit und Sinnlichkeit

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