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ISBN/EAN: 978-3-86572-670-4
Einband: gebundenes Buch
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Auflage:
1. Auflage 2011
1. Auflage 2011
Erschienen am:
01.01.2011
01.01.2011
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
350 S.
350 S.
Format (T/L/B):
2.6 x 16.6 x 10.7 cm
2.6 x 16.6 x 10.7 cm
Hersteller:
DISTANZ Verlag GmbH
info@distanz.de
Hallesches Ufer 78
DE 10963 Berlin
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DE 10963 Berlin
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Die Lust am Unseriösen
Zur politischen Unschärfe ästhetischer Erfahrung - Fundus 202, FUNDUS 202
Beschreibung
Die Lust am Unseriösen gehört zu den intellektuellen Grundhaltungen des 20. Jahrhunderts. Vorbereitet durch Pop Art, Minimal, Nouvelle Vague und Situationismus, erfasst sie die Kulturwissenschaften: Foucault wendet sich gegen den Seriositätsfetisch der Wissenschaften, Lacan und Derrida gegen die Verwissenschaftlichungvon Psychoanalyse und Sprache. Zwar bestimmt eine solche Lust bereits den Grundungsakt der modernen Literatur, etwa bei Baudelaire, doch seit der Mitte des 20. Jahrhundert ändert sich die Politik des ästhetischen Regimes im Wechselspiel von 'high and low': Nutzt Duchamp mit der Kloschussel noch einen trivialen Alltagsgegenstand, konvertiert die Pop Art mit dem Comic einen ästhetisch vorcodierten Gegenstand der populären Kultur, der seinerseits aus der legitimen Kunst abgewandert ist. Die Entgrenzung der Kunst läuft nicht nur von legitimer zu 'illegitimer' Kultur, sondern ebenso in umgekehrte Richtung. Zugleich nehmen mit dieser doppelseitigen Unschärfe die Verkennungen auf beiden Polen zu. Wo in der legitimen Kunst seither der Tod des Autors ausgerufen wird und das Sampling von DJs als Referenz benannt wird, erklären sich die DJs ihrerseits zu Autoren. Brechts Proklamation der technifizierten Autorschaft taucht gerade dort auf, wo er sie gewiss nicht erwartet hätte: bei den virtuosen Ingenieuren des Sounds und im Underground des Comic. Thomas Beckers langer - so materialreicher wie theoretisch präziser - Essay zeigt: Zunehmende Unschärfe und Verkennungen zwischen legitimer und 'illegitimer' Kunst werden zu Bedingungen intermedialer Differenzierung beider Kulturen.